Anschlussdosen aus Polyamid, einem für Haftklebungen nicht empfohlenem Werkstoff


Abbildung 1: Anschlussdose eines Dünnschicht-Photovoltaikmoduls, die sich vom Haftpad gelöst hat

Haftklebungen in freier Bewitterung erfordern sorgfältige Langzeiterprobungen in allen Klimazonen der Erde. Bei Anlagen, die zwanzig Jahre und länger störungsfrei arbeiten sollen, sind Erprobungen durch die Anwender von Haftklebungen, hier die Hersteller von Anschlussdosen für Solarmodule, auf Grund der Erprobungszeit von 20 Jahren, nicht möglich.


Abbildung 2: Anschlussdose eines Dünnschicht-Photovoltaikmoduls, die sich vom Haftpad gelöst hat

Die Anwender von Haftklebungen sind daher gezwungen sich sorgfältig an die Empfehlungen der Hersteller von Haftklebefolien zu halten.

Empfohlene Werkstoffe für Haftklebungen sind:
Aluminium, Stahl, Glas, Keramik, Hart-PVC, ABS, PPO; PPE; PS; PEI; PET; PC.

Die abgebildeten, abgefallenen, enthafteten Anschlussdosen sind aus Polyamid, einem für Haftklebungen nicht empfohlenen Werkstoff.

Der Hersteller dieser Anschlussdosen aus Polyamid stellte zwei Anschlussdosentypen, PV-JB-LC x  bzw. PV-JB-LCZ x aus Polyamid her und diese Anschlussdosen wurden unter der Nummer R 60024490 Ausstellungsdatum 17.03.2009 vom TÜV-Rheinland zertifiziert.

Seit Frühjahr 2009 werden diese Anschlussdosen in großer Stückzahl hergestellt und vertrieben. Seit Herbst 2010 ist bekannt, dass diese Anschlussdosen enthaften.

Durch das Auflisten aller Begebenheiten konnte der Modulhersteller xx zum Tausch bzw. zur Nachbesserung der von ihm hergestellten schadhaften Module in einer Gesamtmenge von ca. 10.000 Stück veranlasst werden. Die Fa. xxx, ein weiterer Verarbeiter der Anschlussdosen aus Polyamid, verschleppte die richtige Mängelrüge vom November 2010 über einen Zeitraum von 6 Monaten, sodass durch die Fortführung der Produktion bei diesem Herstelle, trotz Mangelhaftigkeit, ein Schaden von damals ca. € 50 Millionen entstanden war.

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